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Malteser in Meckenheim

Köln: Spüren, was den Kranken gut tut - die Malteser und der Kölner Hospizdienst Sinnan

Von Hospizdienst bis Rettungseinsatz: Die Malteser feiern ihr 60-jähriges Bestehen. Matthias Pesch berichtet im Kölner Stadtanzeiger über den Kölner Hospizdienst Sinnan und die Malteser.

22.08.2014

Luise Hensel hat ihre erste Sterbebegleitung beendet. Die 21-jährige angehende Krankenschwester hat sich über mehrere Wochen um eine schwer kranke bettlägerige Bewohnerin eines Seniorenheims gekümmert, hat ihr vorgelesen, vorgesungen, hat ihre Hand gehalten, war einfach nur an ihrer Seite. Sprechen konnte die ehemalige Radio-Mitarbeiterin nicht mehr. „Das war eine besondere Herausforderung“, sagt Hensel.

„Ich habe einfach versucht zu spüren, was ihr gut tun könnte.“ Seit diesem Jahr ist die Auszubildende ehrenamtliche Mitarbeiterin des Hospizdienstes Sinnan der Malteser, die jetzt ihr 60-jähriges Bestehen feiern. Sie ist eine von rund 40 Frauen und Männern, die es sich zum Ziel gesetzt haben, „schwer kranken Menschen ein würdiges Leben bis zuletzt zu ermöglichen“, zu Hause, im Seniorenheim, manchmal auch im Krankenhaus. Und bei Bedarf auch die Angehörigen zu begleiten. „Ich habe das Gefühl, dass es gut investierte Zeit ist“, sagt Uta Vogels, die schon seit 2008 bei Sinnan mitarbeitet. „Ich bekomme durch das Engagement auch etwas für mich selbst zurück.“

„Wir ergänzen die pflegerische und medizinische Hilfe und tun das, was das Leben für die Menschen lebenswert macht“, sagen Ursula Lennartz und Gabriele Grede, die beiden hauptamtlichen Sinnan-Koordinatorinnen. Das geht vom Vorlesen über Einkaufen und Kinderbetreuung bis hin zum gemeinsamen Spazierengehen oder dem Besuch eines Fußballspiels.

Regelmäßige Fortbildungen


Was für die Sterbebegleiter entscheidend ist: „Die Menschen sollen sie selbst sein, sich nicht verstellen müssen, sich gehen lassen können.“ Die Ehrenamtler werden durch einen Befähigungskurs intensiv auf ihre Arbeit vorbereitet, treffen sich regelmäßig zur Praxisbegleitung, bekommen Fortbildungen und bei Bedarf Supervision. „Auch die Begleiter haben Gefühle, erleben Trauer und Wut und müssen lernen, damit umzugehen“, sagt Luise Hensel.

Trotzdem betonen die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen: „Es wird bei unseren Treffen natürlich geweint. aber auch viel gelacht.“ Die Gruppe Sinnan, die für den Stadtbezirk Lindenthal zuständig ist und außer der Sterbe- auch Trauerbegleitung anbietet, sucht dringend neue Mitarbeiter – der nächste Kurs beginnt im November.
Der ambulante Hospizdienst ist nur eines der zahlreichen Angebote und Einsatzgebiete der Malteser. Sowohl die Kölner Organisation als auch der Diözesanverband feiern in diesen Tagen ihr Jubiläum. Seit 1954 haben sich die Malteser von einer Erste-Hilfe-Einrichtung zu einer modernen Hilfsorganisation entwickelt, die für das Leben in der Stadt und der Diözese unverzichtbar geworden ist.

Bei fast allen Großveranstaltungen – sei es an Karneval, bei Konzerten, den Kölner Lichtern oder beim Köln-Marathon – sind die Ärzte und Sanitäter der Organisation engagiert. Der mit Abstand größte Einsatz war der Weltjugendtag mit Papst Benedikt XVI. im August 2005: Die Malteser besetzten damals allein in Köln 19 Unfallhilfsstellen, fast 550 Helfer waren im Einsatz. Seit Jahren ist die Organisation zudem fester Bestandteil des Kölner Rettungsdienstes.

Aber die Liste der Aktivitäten geht weit darüber hinaus: Migrantenmedizin, Kindermittagstisch („Satt & Schlau“), Kulturbegleitdienst, Demenzbegleitung, Schulsanitätsdienst, Krankentransporte, Menüservice, Erste-Hilfe -Kurse, Wohlfühlmorgen für Obdachlose, Betreutes Wohnen (Weidenhof-Residenz) und einiges mehr. Seit inzwischen mehr als 30 Jahren gibt es zudem eine eigene Jugendorganisation.

Zwei Feiern

Der Malteser Hilfsdienst in Köln feiert sein 60-jähriges Bestehen am morgigen Samstag. Der Tag beginnt um 9.30 Uhr mit einer Messe in St. Peter, von 13 bis 16 Uhr stellen sich die Malteser auf dem Neumarkt vor.

Im Kloster Knechtsteden feiern die Malteser im Erzbistum am 13. September ihr Jubiläum mit einem „Helfer-Leistungswettbewerb“.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, Autor: Matthias Pesch, 22. August 2014 Zum Link [...]

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