Navigation
Malteser in Meckenheim

Tips für den gesunden Urlaub: Was tun bei Vergiftungen?

12.07.2017
Straße mit Goldregen-Bäumen
Foto: "Goldregen-Bogen" von fallownrw, CC0 Public Domain

Kleinkinder stecken vieles in den Mund. Leider ist eben nicht alles für den menschlichen Organismus verträglich, und gerade im Sommer kommen zu den stets im Haushalt vorhandenen giftigen Stoffen wie Reinigungsmitteln oder Medikamenten auch giftige Pflanzen hinzu.

Selbst ältere Kinder mit ihrem Forscherdrang sind gerade bei Pflanzenvergiftungen gefährdet. Natürlich sollte man Kindern von klein auf erklären, dass nicht alles essbar ist, das in den Mund hinein passt und appetitlich aussieht. Darüber hinaus sollten Kinder die häufigsten Giftpflanzen kennen, manche sollte man jedoch aus der unmittelbaren Umgebung der Kinder einfach entfernen. Sehr häufig findet man in unserer Gegend Giftpflanzen wie Goldregen, Eibe, Seidelbast, Lebensbaum, Gemeinen Efeu, Robinie, Maiglöckchen, Tollkirsche, Stechapfel, das Schwarze Bilsenkraut, Herbstzeitlose oder Blauen sowie Gelben Eisenhut.

Besonders gefährdet sind auch dementiell veränderte Menschen, die sich auf Grund ihrer Erkrankung an lebenswichtige Kenntnisse wie das Wissen um Giftpflanzen oder Gifte im Haushalt nicht mehr erinnern können.

Fragen zu aufgenommenen Fremdstoffen beantwortet die Giftinformationszentrale der Universitätsklinik in Bonn. Sie ist Tag und Nacht erreichbar unter der Telefonnummer 0228 / 19240. Wenn allerdings bereits Störungen des Bewusstseins, der Atmung oder des Pulses eingetreten sind, steht das Leben-Retten im Vordergrund – in so einem Fall sollte sofort der Rettungsdienst über den Notruf 112 alarmiert werden. Bei Vergiftungen sollte beim Notruf zusätzlich mit angegeben werden, wie alt die betroffene Person ist und welcher Art das Gift ist und eventuell in welcher Konzentration es eingenommen wurde, wann das war, welche Anzeichen der Vergiftung auftraten und was bisher bereits unternommen wurde.

Übersicht über im Haushalt vorkommende Giftstoffe

AlkoholSchon geringe Mengen Alkohol sind für Kinder giftig und können zu Bewussteinsstörungen führen. Besonders süß schmeckende Liköre und Frostschutzmittel verleiten Kinder zum Probieren. Bewahren Sie deshalb Alkohol für Kinder unerreichbar auf und lassen Sie keine Gläser mit Inhalt herumstehen.
ArzneimittelArzneimittel stehen mit 40 % an der Spitze der Stoffe, mit denen sich Kinder vergiften. Ideal zur Aufbewahrung ist deshalb eine verschließbare, in ausreichender Höhe angebrachte Hausapotheke. Wer regelmäßig Tabletten einnehmen muss, sollte dem Kind den Grund dafür erklären, um Nachahmung zu vermeiden. Wenige eingenommene Tabletten von Vitaminpräparaten oder Ovulationshemmern (Pille) sind im Allgemeinen unbedenklich.
BenzinBenzin kann bereits in geringen Mengen die Oberfläche der Atemwege zerstören. In größeren Mengen eingeatmet, führt es zu Bewusstseinsstörungen.
BlausäureBlausäure befindet sich etwa in bitteren Mandeln; eine bittere Mandel pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes kann lebensbedrohliche Folgen haben.
Flaschen ohne EtikettBewahren Sie giftige oder ätzende Stoffe nur in Originalflaschen mit Sicherheitsverschluss und Warnetikett auf, um Verwechslungen mit Lebensmittelflaschen zu vermeiden!
FrüchteKindern sollte grundsätzlich verboten werden, etwas nicht ausdrücklich Erlaubtes in den Mund zu stecken, da zum Beispiel Beeren von Maiglöckchen, Misteln, Tollkirschen, Eiben, Stechpalmen und anderen Pflanzen bereits in geringer Menge giftig wirken.
GemüseGrüne und unreife Kartoffeln sowie die über der Erde liegenden grünen Teile der ausgewachsenen Kartoffelknolle sind giftig. Dies gilt auch für grüne Tomaten und rohe, grüne Bohnen.
KlebstoffeDie meisten Klebstoffe enthalten Lösungsmittel, deren Einatmung auf Dauer Schäden an inneren Organen und dem Gehirn verursachen können.
KontaktsgifteHochgradig giftige Pflanzenschutzmittel führen zu schweren Vergiftungen mit Krämpfen, Lähmungen und blaugefärbtem Speichelfluss. Betroffene werden rasch bewusstlos; es besteht die akute Gefahr eines Atem- und Kreislaufstillstandes. Da das Gift über die Haut aufgenommen werden kann, müssen Sie jeden Hautkontakt vermeiden. Eine Atemspende darf in diesem Fall nur mit Hilfsmitteln durchgeführt werden.
KochsalzFür vielfältige Funktionen benötigt der Körper Salz. Eine Zufuhr von über einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes kann jedoch zu Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes führen.
KosmetikaKosmetika sind schlecht schmeckend, aber harmlos, sofern sie keinen Alkohol oder Lösungsmittel enthalten. Rasierwasser, Parfüm, Nagellack und Nagellackentferner sowie Haarfärbe- oder Dauerwellenmittel sollten Sie für Kinder unerreichbar aufbewahren, da sie Augen und Schleimhäute verätzen können. Den Inhalt von Spraydosen sollten Kinder nicht einatmen.
PflanzenBei den meisten Giftpflanzen ist eine verhältnismäßig hohe Dosis für eine lebensbedrohliche Vergiftung nötig, die Kinder selten aufnehmen. Zu den besonders giftigen Blüten und Früchten, die häufig auf Wiesen und in Gärten vorkommen, gehören Aaronstab, Bilsenkraut, Christstern, Dieffenbachia, Efeu, Eibe, Eisenhut, Fingerhut, Goldregen, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Oleander, Rhizinus, Mohn, Schierling, Seidelbast, Stechpalme, Tollkirsche und Zaunrübe. Manche Kakteen haben giftige Stacheln. Außerdem können sich Kinder an Pflanzen vergiften, die mit Schädlingsbekämpfungsmitteln besprüht worden sind.
Quecksilberältere Fieberthermometer und einige Batterien enthalten Quecksilber. Wenn Sie vermuten, dass ein Kind quecksilberhaltiges Material verschluckt hat, sollten Sie sofort einen Kinderarzt aufsuchen bzw. den Rettungsdienst verständigen.
ZigarettenFür Kleinkinder kann schon das Essen einer Zigarette zu lebensbedrohlichen Störungen der Vitalfunktionen führen. Lassen Sie deshalb keine Zigarettenschachteln oder volle Aschenbecher herumliegen.

Zeigt der Betroffene keine Veränderungen in seinem Verhalten und keine Störung der lebenswichtigen Funktionen, können Sie sich telefonisch bei der nächsten Kinderklinik oder Vergiftungsinformationszentrale erkundigen, ob und welche Maßnahmen notwendig sind.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE40 3706 0193 0102 9290 12  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PAX