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Malteser in Meckenheim

Tips für den gesunden Urlaub: Was tun wenn im Rückspiegel ein Fahrzeug mit Blaulicht auftaucht?

12.07.2017
Bild: "Stau", RettungsgasseJETZTde, CC0 Public Domain
Bild: "Stau", RettungsgasseJETZTde, CC0 Public Domain

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Damit bei einem Unfall auf der Fahrt zum Ferienort Rettungskräfte möglichst schnelle Hilfe leisten können, sollten einige Verhaltensregeln beherzigt werden. Im letzten Teil unserer Serie geht es um das richtige Bilden der Rettungsgasse.

Wenn auf Stadt- und Landstraßen oder Bundesautobahnen das Martinshorn erklingt, wissen viele Verkehrsteilnehmer nicht (mehr), wie man sich richtig verhält und eine korrekte Rettungsgasse für die anrückenden Einsatzfahrzeuge bildet.

Feuerwehr und Rettungsdienst sind immer da, wenn sie gebraucht werden - und zwar sofort, vorausgesetzt man lässt sie. Immer wieder kommt es vor, dass durch eine fehlende Rettungsgasse auf Autobahnen oder rücksichtslos zugeparkte Straßen wertvolle Minuten für die Rettung von Menschenleben verloren gehen. Nicht selten ergeben sich bei Einsatzfahrten Gefahrensituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Der Gesetzgeber hat Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und anderen Hilfsdiensten in der Straßenverkehrsordnung (StVO) ein sogenanntes „Wegerecht“ eingeräumt, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten, schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten.

Blaulicht und Martinshorn gemeinsam gewähren einem Einsatzfahrzeug das Wegerecht, was bedeutet, dass andere Verkehrsteilnehmer sofort freie Bahn zu schaffen haben. Darum sollte bei allen Verkehrsteilnehmern das Motto gelten: Keine Panik bei Blaulicht und Martinshorn – bewahren sie Ruhe! Orientieren sie sich: Woher kommt das Signal? In welche Richtung bewegen sich die Einsatzfahrzeuge? Wie viele Fahrzeuge sind es? Möglicherweise folgen weitere Fahrzeuge!

Beachten sie folgende Verhaltenstipps:

 

  • auf einspurigen Fahrbahnen fahren alle Fahrzeuge nach rechts an den jeweiligen Straßenrand!
  • fährt ein Einsatzfahrzeug auf gleicher Höhe, Geschwindigkeit verringern und Einsatzfahrzeug einscheren lassen.
  • bei entgegenkommenden Einsatzfahrzeugen nach rechts ausweichen, Tempo verringern und notfalls anhalten.
  • vor einer roten Ampel nach rechts ausweichen und ggf. vorsichtig über die Haltelinie in die Kreuzung einfahren, wenn dies der Verkehr zulässt. Schon ein Meter kann nachfolgenden Fahrzeugen das Rangieren ermöglichen und dem Einsatzfahrzeug so freie Fahrt bieten.
  • auch Fußgänger und Radfahrer müssen Einsatzfahrzeuge passieren lassen und dabei auf eigene Vorrechte verzichten.
  • immer den Blinker setzen um den Einsatzfahrzeugen anzuzeigen, in welche Richtung man Platz schaffen will, dabei auf andere Verkehrsteilnehmer achten.
  • starten sie vor Unfallstellen keine „wilden Wendemanöver“, den anfahrenden Einsatzfahrzeugen könnte hierdurch die Anfahrt zur Einsatzstelle blockiert werden.

Auch auf zwei- bzw. dreispurigen Straßen sind die Einsatzkräfte, vor allem aber die Notfallopfer darauf angewiesen, dass sich die Kraftfahrer richtig verhalten. Und: Je schneller die Hilfe ankommt, desto schneller löst sich auch der Stau auf! Dazu folgende Tipps:

  • auf zweispurigen Autobahnen ist zwischen den Fahrspuren die Rettungsgasse zu bilden
  • bei drei- und mehrspurigen Autobahn ist jeweils zwischen der linken und rechts daneben liegenden Spur Platz für die Einsatzfahrzeuge zu schaffen
  • schon bei beginnendem Stau muss die Rettungsgasse gebildet werden
  • den rückwärtigen Verkehr durch Rückspiegel und Seitenspiegel beobachten und vorsichtig zur Seite fahren
  • aufmerksam bleiben, auch wenn schon Einsatzfahrzeuge vorbeigefahren sind. Oftmals folgen weitere Fahrzeuge
  • Standspur freihalten

Wichtig: Wenn das erste Rettungsfahrzeug vorbeigefahren ist, die Rettungsgasse nicht wieder schließen! Es können noch weitere Rettungsfahrzeuge folgen – auch nach einiger Zeit noch. Die Rettungsgasse so lange offen halten, bis der Verkehr wieder rollt!

Rettungsgasse

 

Wer die Rettungsgasse nicht vorschriftsmäßig bildet, muss mit einem Verwarngeld rechnen. Der Standstreifen muss ebenfalls wie die Rettungsgasse frei bleiben. Den Standstreifen als Stautangente zu nutzen, wird (noch) mit einer Geldstrafe und Punkten in Flensburg geahndet. Die Vorschriften gelten ebenso für Motorradfahrer.

„Man sollte sich immer bewusst sein, man könnte auch selbst einmal auf die Hilfe der Rettungskräfte angewiesen sein“, erklärt Carsten Möbus, Ausbilder der Malteser in Meckenheim.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE40 3706 0193 0102 9290 12  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PAX